Ein Lebenswerk, das bleibt
Nach 35 Jahren Engagement verabschieden wir unseren langjährigen Geschäftsführer Michael Stelzner in den Ruhestand.
Sein Weg bei der NEUE ARBEIT begann 1991 als Lehrperson – geprägt von der Überzeugung, dass Arbeit mehr ist als Beschäftigung: Sie schafft Würde, Perspektiven und echte Teilhabe. 2001 übernahm Michael Stelzner die Geschäftsführung und prägte die Entwicklung der NEUE ARBEIT über Jahrzehnte hinweg maßgeblich.
Mit Weitblick, großem Engagement und Mut hat Michael Stelzner die NEUE ARBEIT durch tiefgreifende Veränderungen geführt. Gerade in herausfordernden Zeiten – wie den arbeitsmarktpolitischen Umbrüchen rund um die Hartz-Reformen und die Einführung der Jobcenter ab 2005 – wurde Wandel stets als Chance verstanden, sich weiterzuentwickeln und noch mehr für Menschen in Essen zu erreichen.
„Mir war es immer ein Anliegen, dass die NEUE ARBEIT sinnvolle und wertschöpfende Beschäftigung anbieten kann, die Menschen einen Rahmen bietet, in dem Sie in einem geschützten Umfeld Selbstvertrauen aufbauen können. Ich bin stolz darauf, dass die NEUE ARBEIT viele unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten kann, die einen echten Mehrwert für langzeitarbeitslose Menschen und unsere Stadt bieten und vielen Menschen eine neue berufliche Perspektive auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gegeben haben.“, so Michael Stelzner.
So entstanden wichtige Meilensteine, von denen an dieser Stelle nur eine kleine Auswahl genannt werden kann:
- Die Einführung der Fachstelle / Fachzentrum für GemeinWohlArbeit
- Das Projekt KOMET (2008), das neue Wege für Menschen über 50 Jahre eröffnete
- Der kontinuierliche Ausbau vielfältiger Beschäftigungs-, Beratungs- und Bildungsangebote
- Die Gründung der NEUE INSEL (2023), die sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung schafft
Heute steht die NEUE ARBEIT für ein breites Angebot aus Beschäftigung, Beratung, Qualifizierung, Vermittlung, Sprachkursen und Familienhilfe – und ist aus der sozialen Landschaft in Essen nicht mehr wegzudenken.
All das trägt die Handschrift von Michael Stelzner: geprägt von Haltung, Verlässlichkeit und dem festen Glauben an die Stärken jedes einzelnen Menschen.
Wir danken Ihnen, Herr Stelzner, für Ihren unermüdlichen Einsatz, Ihren Mut zur Weiterentwicklung und Ihr Engagement für mehr soziale Gerechtigkeit.
Michael Stelzner: „Damit unsere Arbeit gelingt, müssen wir alle gemeinsam daran mitwirken. Die NEUE ARBEIT lebt von den Menschen, die sie gestalten – in der Verwaltung, in den Projekten und in allen Bereichen. Ohne dieses Engagement und diesen täglichen Einsatz wäre unsere Arbeit nicht möglich. Dafür möchte ich mich von Herzen bei allen bedanken.“
Wir wünschen Ihnen für Ihren neuen Lebensabschnitt von Herzen alles Gute.
Historischer Rückblick:
Die Geschichte der NEUE ARBEIT gGmbH in Essen
Von der Idee zur festen Größe der sozialen Arbeit
Die NEUE ARBEIT der Diakonie Essen ist heute ein zentraler Bestandteil der sozialen Infrastruktur der Stadt Essen. Ihre Entwicklung zeigt eindrucksvoll, wie aus einer engagierten Idee eine vielseitige Organisation entstanden ist, die Menschen neue berufliche Perspektiven eröffnet und gesellschaftliche Teilhabe stärkt.
Ursprung und Gründung (Ende der 1970er Jahre)
Ende der 1970er Jahre entstand in Deutschland eine neue gesellschaftliche Herausforderung: Viele Menschen wollten arbeiten, fanden jedoch keine Beschäftigung. Vor dem Hintergrund steigender Arbeitslosigkeit reagierte die Diakonie mit neuen Konzepten und initiierte auch in Essen ein entsprechendes Angebot.
1979 wurde die NEUE ARBEIT der Diakonie Essen gegründet, 1980 begann die praktische Arbeit vor Ort. Von Anfang an verfolgte die Organisation ein klares Ziel: Menschen, die vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen waren oder von Arbeitslosigkeit bedroht waren, zu unterstützen, zu stärken und ihnen sinnvolle Beschäftigung zu ermöglichen.
Die ersten Angebote waren bewusst niedrigschwellig und praxisnah. Die erste Beschäftigungsmaßnahme im Garten- und Landschaftsbau besteht bis heute und steht sinnbildlich für den praktischen Ansatz der Anfangsjahre.
Aufbau und erste Entwicklungsschritte (1980er Jahre)
In den 1980er Jahren entwickelte sich die NEUE ARBEIT schrittweise weiter. Aus den anfänglichen Beschäftigungsangeboten entstand zunehmend eine breiter aufgestellte Organisation:
- neue Arbeitsfelder wurden aufgebaut
- erste Beratungsangebote wurden etabliert
- soziale Dienste ergänzten die Beschäftigung
Auch neue Bereiche wie Werkstätten (z. B. Fahrradbereich) sowie ein mobiler sozialer Dienst (ab ca. 1985) kamen hinzu.
Ein Wendepunkt: Qualifizierung und Wachstum (1990er Jahre)
Ein entscheidender Entwicklungsschritt erfolgte Anfang der 1990er Jahre.
1991 wurden Qualifizierungsmaßnahmen eingeführt, gefördert durch den Europäischen Sozialfonds. Damit veränderte sich das Selbstverständnis der NEUEN ARBEIT grundlegend:
Arbeit wurde nicht mehr nur als Beschäftigung verstanden, sondern als Chance zur Weiterentwicklung, Qualifizierung und nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt.
Gleichzeitig begann in dieser Zeit auch der berufliche Weg von Michael Stelzner innerhalb der Organisation, der am 01.07.1991 als Lehrperson in das Unternehmen einstieg.
In den folgenden Jahren kam es zu einer deutlichen Professionalisierung:
- Ausbau der Qualifizierungsangebote
- Entwicklung projektbasierter Maßnahmen für unterschiedliche Zielgruppen
- stärkere Strukturierung von Bildungs- und Vermittlungsangeboten
Die NEUE ARBEIT entwickelte sich zu einem modernen Arbeitsförderungsträger.
Kontinuität und Weiterentwicklung (seit 2001)
Im Jahr 2001 übernahm Michael Stelzner die Geschäftsführung und prägte die weitere Entwicklung über Jahrzehnte hinweg maßgeblich.
Diese Phase war geprägt von tiefgreifenden Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik – insbesondere durch die Hartz-Reformen und die Einführung der Jobcenter ab 2005. Klassische Beschäftigungsmaßnahmen gingen zurück, neue Förderlogiken entstanden.
Die NEUE ARBEIT stelle sich mit der Fachstelle / Fachzentrum für GemeinWohlArbeit auf, die bis heute das Herzstück der Organisation ist. Das Fachzentrum bietet individuelle sozialpädagogische Begleitung von Teilnehmenden und bildet eine Schnittstelle zwischen JobCenter und der Beschäftigungsmaßnahme im Fachzentrum der NEUE ARBEIT. Seitdem setzt die NEUE ARBEIT auf Beratung, Qualifizierung durch Fachanleitung in verschiedenen Arbeitsfeldern und Vermittlung.
Diese Anpassungsfähigkeit wurde zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.
Vielfalt, Qualität und neue Perspektiven (2010er Jahre bis heute)
In den diesen Jahren hat die NEUE ARBEIT ihr Profil weiter geschärft:
- Entwicklung innovativer Projekte für unterschiedliche Zielgruppen
- stärkere Fokussierung auf individuelle Förderung
- Ausbau von Qualitätsstandards und Zertifizierungen
Ein zentrales Projekt war KOMET, an dem die NEUE ARBEIT 2008 einstieg. Im Fokus des Projekts stand die Vermittlung von Menschen im Alter von über 50 Jahren. In diesem Rahmen wurden viele Ideen erprobt, die später in die Maßnahmekonzeptionen der NEUEN ARBEIT integriert wurden. Die für die NEUE ARBEIT typischen vielfältigen und sinnvollen Beschäftigungsangebote wurden weiter ausgebaut.
Im Laufe der Jahre entstanden diverse Arbeitsbereiche, die nicht nur für die Maßnahmeteilnehmenden sinnvolle Beschäftigung bieten, sondern auch einen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Die Großküchen Essen für Kids beliefern Kitas und Schulen in Essen mit gesundem Essen. Radeln ohne Alter bietet Seniorinnen und Senioren Rikschafahrten an. Der Energiesparservice berät einkommensschwache Haushalte, der Stadtteilservice bietet Seniorinnen und Senioren Ansprache und Unterstützung im Alltag. Die Diakonieläden sind seit 2000 fester Bestandteil der NEUE ARBEIT. Hier können Kundinnen und Kunden günstig Second-Hand-Kleidung erwerben. Die Marke KRONENKREUZ mit verschiedenen Kreativwerkstätten arbeitet nachhaltig gespendete und recycelte Materialien zu Design-Produkten um. Sinnvolle Beschäftigung mit echtem Mehrwehrt für die Gesellschaft ist ein zentraler Fokus der NEUE ARBEIT.
Vielfalt, Innovation und neue Perspektiven (bis heute)
Ein besonderer Meilenstein der jüngeren Firmenhistorie ist die Gründung der NEUE INSEL gGmbH im Jahr 2023, die sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung schafft und gleichzeitig ein Ort der Begegnung für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Essen ist.
Das Portfolio der NEUE ARBEIT hat sich neben dem Bereich Inklusion mit Maßnahmen wie VAsA, und VAsA Plus auch um den Bereich der Familienhilfe erweitert.
Der Bereich Sprache mit Integrationskursen und Sprachförderung ist weiterhin ein zentraler Bestandteil des Unternehmens.
Haltung und Leitbild: Der Mensch im Mittelpunkt
Über alle Jahrzehnte hinweg ist eine zentrale Haltung unverändert geblieben:
Im Mittelpunkt steht der Mensch. Die NEUE ARBEIT versteht sinnvolle Beschäftigung als Schlüssel zu:
- gesellschaftlicher Teilhabe
- persönlicher Entwicklung
- Selbstvertrauen und Stabilität
Diese Haltung beschreibt auch Michael Stelzner als prägend für seine Arbeit. Für ihn war die Entwicklung der Organisation ein kontinuierlicher Prozess, getragen von Flexibilität, Innovationsbereitschaft und einem starken Teamgeist:
„Die NEUE ARBEIT lebt von den Menschen, die sie gestalten – in der Verwaltung, in den Projekten und in allen Bereichen.“
Fazit: Eine Erfolgsgeschichte sozialer Arbeit in Essen
Die Geschichte der NEUE ARBEIT ist ein Beispiel für die erfolgreiche Entwicklung sozialer Arbeitsförderung in Deutschland: Von einer kleinen Beschäftigungsinitiative hin zu einer vielseitigen, professionellen Organisation, die sich immer wieder an gesellschaftliche Veränderungen angepasst hat.
Heute ist die NEUE ARBEIT weiterhin ein verlässlicher Partner für Menschen in Essen – und bleibt auch in Zukunft ein wichtiger Impulsgeber für soziale Teilhabe, Beschäftigung und Integration.